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"Alpechuchi" von Martin Bienert, Andeer; Fona-Verlag

Schweizer Literaturpreis für die besten Werke der Tafelkultur 2010

Literaturpreis Deutschland, Silbermedaille für "Alpechuchi" August, 2011

"Das Werk von Martin Bienerth hat einen großen kulturgeschichtlichen Wert. Das geschilderte Leben auf der Alp und seine Gesetzmässigkeiten sind auch für den Menschen drunten im Tal und in der hektischen Urbanität nützlich. Martin Bienerth, Dipl. Ingenieur-Agronom und freier Journalist, weiß, wovon er schreibt und sehr anschaulich berichtet. Er erlebte den Alpsommer selber zwanzig Mal und seit bald zehn Jahren betreibt er mit seiner Frau, der Käsermeisterin Maria Meyer, die Dorfsennerei im graubündnerischen Andeer.

Die Sennerei verarbeitet zirka 400'000 Liter silofreie Biomilch pro Jahr. Die daraus entstehende Produktepalette ist beachtlich und erfreut den Gaumen und das Herz eines jeden Genießers.

Bienerth schreibt auf seiner Website: "Wie bei einem guten Wein ist jeder Laib Andeerer Käse Ausdruck vieler einzelner Komponenten, die zusammen wirken und zusammen spielen können. Er ist Spiegelbild der Land-schaft, des Futters und der Tiere, die dort weiden." Das mit stimmungsvollen und themengerechten Bildern hervorragend illustrierte Werk verdient die Auszeichnung «Bestes Regionen-Kochbuch» ohne Wenn und Aber. Wir gratulieren dem Autoren und Fotografen Martin Bienerth und dem Fona-Verlag zur Goldlorbeeren-Medaille 2010." Laudator/Verfasser: Marcel W. Buess, Präsident HGH und Jury-Mitglied

siehe auch: http://www.sennerei-andeer.ch

7.01.2012

Landraub: "Sie tun, was sie wollen"

19.08.2011 | 18:38 |  von Jürgen Streihammer  (Die Presse)

Der Wettlauf um die besten Äcker Afrikas habe den Kontinent in die Hungerkrise getrieben, so Aktivisten. Sie versuchen gegenzusteuern, auch in der Wachau beim ersten Forum für Europäische Ernährungssouveränität.

"Das ist die nächste große Blase"

Der Landraub  sei "mitschuld an der Krise am Horn von Afrika", sagt Bassey in Krems. Weil die Praxis die Länder in eine Abhängigkeit von Importen treibe und die lokalen Märkte der Kleinbauern zerstöre. "Neokolonalismus" sei das, sagt auch Christina Schiavoni von der NGO "WhyHunger?".

Seit 2010 sind die Nahrungsmittelpreise weltweit um 33 Prozent in die Höhe geschossen. Die US-Amerikanerin macht dafür Spekulationen, vermehrten Anbau von Biosprit und die Deregulierung der Getreidevorräte verantwortlich.  Sie sieht im Geschäft mit dem Essen die nächste "Blase".

Wenn es um "Land grabbing" geht, ist Äthiopien das neueste Aufmarschgebiet. Der indische Konzern "Karuturi Global" züchtet hier sogar Blumen und wird in den nächsten Jahren auf bis zu 300.000 Hektar seine Produkte von Baumwolle bis Reis anbauen. "Wir könnten hier eine ganze Nation durchfüttern", schwärmte Projektmanager Karmjeet Sekhon im britischen "Guardian" über das billige und fruchtbare Land Äthiopiens, wo derzeit 4,5 Millionen Menschen wegen der Hungersnot Hilfe brauchen.

Eingefügt aus <http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/686887/Landraub_Sie-tun-was-sie-wollen?_vl_backlink=/home/politik/aussenpolitik/index.d

Aktuelle Diplomarbeit in Zusammenarbeit mit der BAL Gumpenstein

Titel: "Fettsäuremuster von österreichischer Alm-, Vollweide- und Regal-Milch sowie von Milch aus intensiver Produktion".
Nach einer Idee von Franz Legner verfasst Frau Andrea Hackl, Diplomandin an der BOKU Wien, ihre Diplomarbeit. Projektleiterin Dr. Margit Velik und ihr wissenschaftliches Team der BAL Gumpenstein unterstützt das vom Lebensministerium finanzierte Forschungsprojekt.

Es werden über 300 Kuhmilchproben zur Bestimmung des Milchfettsäuremusters zwischen März und Dezember 2011 gezogen. Die Analyse der Milchfettsäuren wird in Gumpenstein bis Mai 2012 abgeschlossen sein.

Die monatlichen Vergleiche von Alm-, Vollweide-, Maissilage- und Regalmilchen versprechen interessante Ergebnisse.

03.08.2011

Europaweites Forum in Krems über Ernährungssouveränität

Vom 16. bis 21. August 2011 findet in Krems das Nyeleni Forum mit über 500 Delegierten aus ganz Europa statt.
Die VeranstalterInnen sind ein europaweites Netzwerk von Organisationen wie La Via Campesina, Friends of the Earth Europe, Attac, Food and Water Watch und World March of Women.
Das Forum wird viele verschiedene Workshops in mehreren Sprachen anbieten und dabei auch versuchen, inhaltlich auf die örtliche Umgebung Bezug zu nehmen. Ausflüge und Kulturprogramm werden als Rahmen angeboten. Die Verpflegung wird in mobilen Gemeinschaftsküchen aus vornehmlich biologischen Lebensmitteln aus der Region gekocht.
http://nyeleni2011.net/
http://www.viacampesina.at/cms/aktuelles/ny-l-ni-europe-2011-4.html

31.07.2011

Almenreich

von DI Franz Legner

Im heurigen Jahr wurde zum zweiten Mal eine Almprämierung im Alpenpark Karwendel in Tirol, dem größten Naturpark Österreichs, ausgeschrieben. Unter der Bezeichnung "Almenreich" wurden auf einer Fläche von 730 km² 101 Almbewirtschafter eingeladen, ihre Alm von einer aus allen Fachgebieten zusammengesetzten Jury bewerten zu lassen. Der Kriterienkatalog wurde aus zehn Hauptthemen zusammengestellt und beurteilt Art und Ausführung sämtlicher Funktionen der Almwirtschaft nach einem ausgeklügelten Bewertungssystem.
Alle Almen, die eine gewisse Punkteanzahl erreichen, sollten prämiert werden.
Gleich vorweg, es haben sich bescheidene 3 Almen für die Prämierung gemeldet, daraufhin wurde diese für das heurige Jahr fallengelassen. Vielleicht glaubten, die bei der Prämierung von 2009 beteiligten 11 Almbewirtschafter, dass sie nicht mehr teilnehmen dürfen, vielleicht war der Text im Info-Folder zusehr auf den Umweltschutz ausgelegt...?

Der Verfasser dieser Zeilen kommt immer mehr zur Überzeugung, dass ausgehend von dieser Initiative des Alpenparks Karwendel die Almbewirtschafter in diesem Schutzgebiet und darüber hinaus in anderen Bezirken und Länder angeregt werden, neben der artgerechten Viehhaltung und Erzeugung höchster Lebensmittelqualität bei der Almbewirtschaftung vor allem die öffentlichen Funktionen einschließlich der globalen Zusammenhänge zu beachten und bei ihrer Arbeit vermehrt zu berücksichtigen. Es ist noch zu wenig bekannt, dass Futtermittel aus Ackerbaugebieten des Inlandes und der globalen Südländer Nahrungskonkurrenten der Menschen darstellen, die Grünland- und Almnutzungen hochwertige Lebensmittel mit wenig Energieinput und wenig Methanausstoß bereitstellen. Bei Beachtung der Initiativen der Ökosozialen Marktwirtschaft von Josef Riegler, oder der Globalen Nachhaltigkeit, stellt die Bergland- und Almbewirtschaftung eine zukunftsweisende, ressourcenschonende Bewirtschaftungsform dar. Es ist an der Zeit, die globale Gerechtigkeit als wichtige 7. Funktion der ökologischen Grünlandnutzung des Bergraumes zu beachten und zu bewerben.

Was sind die wichtigsten Aspekte bei der Prämierung?

20.03.2011

Im Folgenden wird ein bemerkenswerter Leserbrief von KR Heinz Gstir in der Tiroler Tageszeitung Nr. 341 vom 12.12.2010 Seite: 4 Ressort: Meinung abgedruckt.

Was geht den Konsumenten Bio an?

Immer billiger, immer mehr Lebensmittel: Gibt es eine regionale Verantwortung in einer globalisierten Welt?

Grenzenloser Wirtschaftsliberalismus kostet uns unsere Lebensgrundlagen. Dies lässt sich belegen. Die Produktion wird zunehmend in Billiglohnländer mit geringen Umweltauflagen verlagert. Die Rohstoffe müssen nach dieser Maxime immer billiger werden. Weder uns noch unserem Planeten tut dies gut. Die wahren Kosten werden nicht gerechnet, stehen aber nach wie vor auf der Rechnung. Aus Käse wird Analogkäse, aus Fleisch wird Schummelschinken. Diese Nahrungsmittel halten Einzug in die Regale des Lebensmittelhandels. Die Konsumenten freuen sich über billige Preise. Für 1kg Tiroler Bio-Bergkäse müssen 24m² Grünland ganzjährig bearbeitet werden, weitaus mehr Fläche, als die meisten von uns für ihr Wohnzimmer zur Verfügung haben. Für 1kg Analogkäse wird irgendwo auf der Welt eine ähnliche Fläche an Regenwald vernichtet, um Palmölplantagen aufzubauen. In Österreich werden täglich 380.000m² landwirtschaftliche Fläche aus der Produktion genommen, davon wird in etwa die Hälfte bebaut, die andere liegt brach oder verbuscht.

Die Gunstlagen des Inntals werden bebaut, die besten landwirtschaftlichen Flächen gehen verloren. die so genannten Grenzertragslagen, wie steile Hänge und Flächen in großer Höhe, wachsen zu. Gerade auf diesen zuletzt genannten Flächen ist die Biodiversität aber enorm hoch und somit sehr gefährdet. die heimischen Landwirte sind mehr und mehr von zugekauften Futtermitteln abhängig. anders ausgedrückt: Wo die Bergmähder nicht bewirtschaftet werden, gibt es auch kein Heu. 1995 kauften Tiroler Landwirte 55.000 Tonnen Futtermittel. Im Jahr 2007 waren es schon 130.000 Tonnen. Das heißt nahezu eine Verdreifachung­ seit dem Beitritt zur Euro­päischen­ Union. Obwohl­ es momentan noch nicht greifbar oder für die Konsumenten nicht sichtbar ist, wird es in Zukunft eher eine Verknappung der Rohstoffe als deren unendliche Verfügbarkeit geben. Unterstrichen wird dies durch den ständig zunehmenden Welthunger, die ständig wachsende Zahl der Menschen und Klimaereignisse. Aus meiner Sicht ist die regionale Ernährungssouveränität in Zukunft mehr denn je in Frage gestellt.

Kommen wir also zu der Frage, ob es angesichts dieser Herausforderungen eine regionale Verantwortung gibt. Ich meine eindeutig: Ja! Verantwortung heißt für mich, mit vorhandenen Ressourcen sparsam umzugehen und diese für die Nachwelt zu erhalten. Verantwortung heißt für mich, möglichst viele kleinstrukturierte Betriebe zu erhalten. Verantwortung heißt für mich, der Umstellung auf die biologische Landwirtschaft in Tirol den Vorrang zu geben, weil diese Form der Landwirtschaft am besten in Kreisläufen denkt. Eine Umstellung auf die biologische Landwirtschaft würde den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts am ehesten gerecht werden. Biologische Landwirtschaft kann hervorragende Lebensmittel zu erzeugen, schont unsere Umwelt und nimmt Rücksicht auf artgerechte Tierhaltung. Liebes Tirol, besinne dich auf deine Stärken, werde zur Bio-Region. Wir sollten die Bewirtschaftung unserer Landschaft sicherstellen, nicht im Sinne eines Nationalparks, sondern im Sinne einer lebendigen Berglandwirtschaft.

Was lernen wir aus dem Prolactal-Skandal

02.03.2010
Verschiedene Marktforschungen belegen die Sehnsucht der Bevölkerung nach unverfälschten, natürlichen Lebensmitteln höchster Qualität. Ob dies beim gegenständlichen Fall und der Marktphilosophie mit globalen Verflechtungen möglich ist, lässt sich bezweifeln. Es läuft immer wieder nach dem selben Schema ab, ein Massenprodukt wird industriell verarbeitet und mit einem bäuerlichen Namen oder einer bekannten Region versehen.
Im gegenständlichen Fall stammte die Milch zur Gänze aus den Niederlanden, wurde dann nach Deutschland exportiert, dort zu Industrietopfen verarbeitet, nach Hartberg transportiert, dort zu "Hartberger Bauernquargel" verarbeitet und wieder unter Inanspruchnahme von Exporterstattungen im EU-Raum verkauft.

Zwei andere Beispiele gefällig: Zwei namhafte große Speckerzeuger in Nord- und Südtirol verarbeiten Schweine aus Norddeutschland, Belgien und Holland und vermarkten sie erfolgreich und DLG-prämiert mit der jeweiligen Landesbezeichnung. Natürlich wird auf firmeneigenen Verkaufsständen oder Autobahnraststätten mit kleinbäuerlichem Image geworben.
Die Marke "Tiroler Speck" darf seit dreizehn Jahren das EU-Gütesiegel "geschützte geografische Angabe (g.g.A.)" tragen. Dieses stellt sicher, dass mindestens eine Produktionsstufe - also Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung - im Herkunftsgebiet durchlaufen wird. Dieser Markenschutz erhebt somit gar nicht den Anspruch, Tiroler Speck müsse Tiroler Schweine beinhalten.
Die EU hat drei Gütesiegel für Agrarprodukte zu vergeben.
Die g.g.A. ("geschützte geografische Angabe") sieht vor, dass mindestens ein Verarbeitungsschritt im Herstellungsgebiet stattfindet.
Die g.U. ("geschützte Ursprungsbezeichnung") ist strenger und verlangt, dass sowohl Erzeugung, Verarbeitung als auch Herstellung in einem bestimmten Gebiet stattfinden.
Die g.t.S. ("garantiert traditionelle Spezialität") kennzeichnet eine traditionelle Zusammensetzung oder Herstellung/Verarbeitung. Ein Beispiel hier ist die Sachertorte.

Ein Schokoladenkonzern wirbt mit den Alpen, von einem dort ansässigen Milchtrockenwerk wird das Trockenmilchpulver bezogen und zu Schokoladen veredelt. Mit dem Sponsoring von Almprämierungen im Nationalpark wird eine Beziehung zu Almen und lila Milchkühen hergestellt. Wie hoch der Anteil von Almmilch in der Schokolade ist, wäre interessant zu erfahren.

Nun werden die Leser sagen, das sind alles bekannte Mechanismen und betreffen gewinnträchtige Nahrungsmittelindustrien. Nachfolgend möchte der Inhaber dieser Homepage auf eine bedenkliche Entwicklung im speziellen Fachbereich der Almwirtschaft hinweisen: Vielfach kommen als Ergebnis von Zuchtbemühungen Hochleistungskühe mit 9.000 oder 10.000 kg Jahresmilchleistung auf Almen (zumindest 60 Tage für den Erhalt der Alpungsprämie). Aus Fütterungsversuchen ist bekannt, dass diese Kühe ca. 50 % der Energie und des Eiweißes aus dem Kraftfutter decken. Diese Kühe mit teilweise gewichtiger Körperverfassung erhalten also Kraftfutter aus Ackerbaugebieten oder Entwicklungsländern (Nahrungsmittel das Menschen) und vielfach importiertes Heu. Die Milch wird dann als hochwertige Almmilch beworben und verkauft, wohlwissend, dass nur mehr rund die Hälfte aus almeigenen, vielfältig zusammengesetzten Weiden stammt. Und weiters ist den Fachleuten auch bekannt, dass wertvolle Inhaltsstoffe, wie z.B. die Omega-3-Fettsäuren, Vitamine, Spurenelemente nur mehr eingeschränkt vorhanden sind und mit den zugeführten Nährstoffen die vielfältigen Pflanzengesellschaften verändert werden können. Auch die Abgabe von klimaschädlichen Pansengasen steigt mit der Leistungshöhe der Tiere. Politiker und Fachexperten sind sich bewusst, dass in Berggebieten mit erschwerten und aufwändigen Erzeugungsbedingungen nicht anonyme Massenprodukte sondern ehrlich erzeugte und mit Markennamen versehene Qualitätsprodukte die Zukunft der Bauern sichern können.

Dabei haben nach dem Weinskandal in Österreich im Jahre 1985 die Bauern richtige Schlüsse gezogen:
Man besann sich in Produktion und Vermarktung auf Qualität und konnte so den entstandenen Imageschaden mit der Zeit vergessen machen. Seit Ende der 1980er Jahre konnten die Exporte um das Fünffache gesteigert werden. "Bereits im März wird sich das EU -Parlament mit der Herkunftskennzeichnung befassen?, sagt Landwirtschaftskammer-Experte Christian Jochum. Besonders für Milch, Fleisch, Wurst und Käse will man dringend eine Herkunfts-Kennzeichnung (?Kurier? vom 26.02.2010).

EU-geschützte Ursprungsbezeichnungen wie Vorarlberger und Tiroler Alpkäse, Vorarlberger und Tiroler Bergkäse, Gailtaler Almkäse, Tiroler Graukäse und vor allem biologische, streng kontrollierte Lebensmittel vom Ernte-Verband oder den Produkten von "ja!Natürlich" und "Zurück zum Ursprung" bieten durch die Berücksichtigung von Lebenskreisläufen, der frischen Verarbeitung mit möglichst kurzen Transportwegen bei sensiblen Milchprodukten usw. den Konsumenten die Gewähr, hochwertige LEBENS-mittel genießen zu können. Die damit erzielte Wertschöpfungssteigerung stärkt das Einkommen der landw. Betriebe und die regionalen Strukturen.


Der Preisdruck in der Landwirtschaft ist derzeit enorm

14.02.2010
Auch nach Berücksichtigung der Direktzahlungen sind die Preise für unverarbeitete landw. Produkte vor allem im Berggebiet nicht kostendeckend. Die Bergland- und Almwirtschaft hat trotzdem Zukunftschancen, wenn sie hochwertige Lebensmittel erzeugt, am besten in biologischer Qualität mit geschützten Markennamen. Dabei weisen neueste wissenschaftliche Untersuchungen auf den hohen gesundheitlichen Wert von Milch aus Weidehaltung hin. Auf Almen gibt es bei den Omega-3-Fettsäuren in Milch und Fleisch die höchsten Gehalte. Es wird vermutet, dass der Höheneffekt und die Bewegung der Tiere dafür mitverantwortlich sind.
Es gibt derzeit Überlegungen, mit Leinsamenbeifütterung höhere Omega-3-Fettsäurengehalte zu erreichen. Ob sich bei dieser Marketingstrategie die Produkte der Berglandwirtschaft von den anonymen Massenprodukten der intensiven Agrarländer abheben können, erscheint fraglich.


Arbeitstreffen der internationalen Plattform Alm-/Alpwirtschaft

Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Almwirtschaft aus Slowenien, Deutschland, Liechtenstein, Schweiz, Italien und Österreich hat es sich bei zwei Treffen in Imst/Tirol zur Aufgabe gemacht, gemeinsame Wege zu suchen, die den Weiterbestand der Almwirtschaft in den Alpenländern sichern

Es wurde ein Positionspapiers der Internationalen Almwirtschaft erstellt um die Almwirtschaft und ihre Bedeutung für den Alpenraum bei der Ministerkonferenz der Alpenkonvention im Jahr 2009 zu dokumentieren. Bei den konstruktiven Diskussionen hat sich herausgestellt, dass die Alpenländer in vielen Bereichen ähnliche Herausforderungen zu meistern haben. Vordringlich sollen gemeinsame Strategien zu 5 Themen unternommen werden:


Änderung im Tiroler und Österreichischen Almwirtschaftsverein

Dazu eine kurze Bemerkung: In der Bewirtschaftung des Bergraums sind sehr viele Fachbereiche vernetzt. Ich habe in der täglichen Arbeit den Eindruck gewonnen, dass ein Großteil der Alm- und Bergbauern die Hauptfunktionen ihrer Arbeit nicht richtig erkannt hat, sie sehen ihre Arbeit meist als Lebens- oder Nahrungsmittelerzeuger. Je naturnäher erzeugt wird, umso hochwertiger sind die Produkte, die LEBENSmittel. Darüber hinaus gewinnen weitere Funktionen immer mehr an Bedeutung, die unter der Rubrik "Funktionen" ausführlich vorgestellt werden.

Die Landwirtschaftskammer und die Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreich übernehmen mit den oben erwähnten Positionen im Almwirtschaftsverein eine große Verantwortung für langfristige Entwicklungen im Bergraum, die weit über einen EU-Förderzeitraum hinausreichen. Eine Schlüsselrolle nimmt die jetzt ins Auge gefasste Weiterbildungsinitiative ein. Neben der Weiterbildung für die Erzeugung und Verarbeitung von Qualitätsprodukten sollte die Information der Bergbauern vor allem auch auf das Verständnis für die vernetzten Bereiche wie Forstwirtschaft, Boden-, Landschafts- und Umweltschutz, Jagd, Auswirkungen der Bewirtschaftung, von technischen Maßnahmen und der Klimaänderung auf den Bergraum, die Bedeutung als Erholungsraum und Kulturraum gelenkt werden und im Lehrplan entsprechen Platz finden.

Ich halte seit zehn Jahren auf der Universität für Bodenkultur die Vorlesung "Alpwirtschaft" und seit drei Jahren die Lehrveranstaltung "Nachhaltige Bergraumbewirtschaftung" und stoße jährlich auf neue spannende Zusammenhänge bei der Bewirtschaftung des sensiblen Bergraumes. Das dreijährige Forschungsprojekt Alp Austria hat viele Vernetzungen aufgezeigt. Auch die Klimaänderung wird durch die Zunahme von Starkniederschlägen, von Erosionen, von gravierenden Artenverschiebungen usw. besonders den Alpenraum treffen. Für die Erhaltung und Pflege unserer Kulturlandschaft als Nebenprodukt der landw. Erzeugung ist die Bevölkerung bereit, beträchtliche öffentliche Gelder den Bauern zu übertragen. Die Landwirte und ihre Interessensvertretung sollen erkennen, dass die Zeit reif dafür ist, sich verstärkt zu interessieren für Belange der übrigen Bevölkerung und der Zusammenhänge der Landbewirtschaftung. Die Fach- und Weiterbildung ist auf die vielfältigen Funktionen bei der Bereitstellung von Lebensmitteln, sauberem Wasser, Energie, Lebens- und Erholungslandschaft, Biodiversität auszurichten.

Der sensible Bergraum unterscheidet sich gravierend vom Talraum, all die Nutzer dieser Region, die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung sollen erkennen, dass nicht alles technisch Machbare auch langfristig zum Wohle des Landes und der Bevölkerung gereichen.

Mich würde Ihre Einstellung dazu sehr interessieren, vielleicht schreiben Sie mir einige Zeilen!